Flush nach Niacin – gefährlich für unsere Gesundheit?

Jack Howard

 

Der Nia­cin-Flush ist eine häu­fige Neben­wir­kung der Ein­nahme hoher Dosen von Nia­cin-Präpa­ra­ten, die ver­sch­rie­ben wer­den kön­nen, um beispiel­swe­ise Pro­bleme, die mit hohem Cho­le­ste­rin­spie­gel ver­bun­den sind, zu behan­deln. Obwohl er harm­los ist, kön­nen seine Symp­tome – rote, heiße und juc­kende Haut – wir­klich unan­ge­nehm sein. Aufgrund die­ser Symp­tome bre­chen Men­schen oft die Ein­nahme von Nia­cin ab (1).
Die gute Nach­richt ist, dass du die Wahr­sche­in­lich­keit des Auftre­tens von Nia­cin-Flush ver­rin­gern kan­nst. Aus unse­rem Arti­kel wirst du alles erfah­ren, Was du über Nia­cin-Flush wis­sen musst – Was er ist, Was er verur­sacht und Was du dage­gen tun kan­nst.

Was ist eigen­tlich der „Flush”?

Der Nia­cin-Flush ist eine häu­fige Neben­wir­kung der Ein­nahme hoher Dosen von Nia­cin-Präpa­ra­ten. Dies ist rela­tiv unan­ge­nehm, aber völ­lig harm­los. Deine Haut wird rot, Was mit Juc­kreiz oder Bren­nen ver­bun­den sein kann (1).
Nia­cin ist auch als Vita­min B3 bekannt. Es ist ein Teil eines Kom­ple­xes von B-Vita­minen, die eine wich­tige Rolle bei der Umwan­dlung von Nah­rung in Ener­gie für den Orga­ni­smus spie­len (2). Als diäte­ti­scher Zusatz wird Nia­cin vor allem zur Behan­dlung eines hohen Cho­le­ste­rin­spie­gels aus­ge­nutzt. Niko­tin­säure ist ein Nah­rungsergänzungsmittel, das gewöhn­lich zu die­sem Zweck ver­wen­det wird.
Eine andere ergän­zende Form, Nia­cinamid, bewirkt keinen Nia­cin-Flush. Diese Form ist jedoch beim Aus­gle­ich des Lipid­spie­gels im Blut nicht wirk­sam (3).

Es gibt zwei Haupt­for­men, in denen Niko­tin­säure in Nah­rungsergänzungsmitteln vor­kommt:

  • Sofor­tige Fre­iset­zung, wo die gesamte Dosis gle­ich­ze­itig aufge­nom­men wird,
  • sowie verzögerte Fre­iset­zung, welche eine spe­zielle Hülle hat, dank der die Sub­stanz lang­sa­mer aufge­löst wird.

Der Flush ist ein sehr häu­figer Nebe­nef­fekt der Ein­nahme der Form mit der sofor­ti­gen Fre­iset­zung von Niko­tin­säure. Es ist inso­fern bekannt, dass min­de­stens die Häl­fte der Men­schen, die hohe Dosen die­ser Form ein­nimmt, die­sen unan­ge­neh­men Effekt spürt (4, 5).
Hohe Dosen von Niko­tin­säure lösen eine Reak­tion aus, die bewirkt, dass sich die Haar­ge­fäße erwe­itern, Was den Blut­fluss auf der Hau­to­ber­fläche erhöht (1, 6, 7, 8). Man­chen Berich­ten zufolge, emp­fin­det prak­tisch jede Per­son, die hohe Niko­tin­säuredosen ein­nimmt, einen Flush (6).
Andere Medi­ka­mente, ein­schlie­ßlich eini­ger Anti­de­pres­siva und Hor­mo­ner­satz­the­ra­pien, kön­nen auch eine ähn­li­che Rötung bewir­ken (1).

Der Flush ist eine häu­fig auftre­tende Reak­tion auf hohe Nia­cindosen. Dies geschieht, wenn sich die Haar­ge­fäße erwe­itern und der Blut­fluss zur Hau­to­ber­fläche erhöht wird.

Nia­cin-Flush – Symp­tome

Die­ses Phäno­men ist ein Nebe­nef­fekt der Ein­nahme hoher Nia­cindosen (Vita­min B3). Der Flush tritt dann auf, wenn Nia­cin bewirkt, dass die kle­inen Blut­ge­fäße in deiner Haut erwe­itert wer­den, wodurch mehr Blut durch sie flie­ßen kann. Am häu­figsten tritt eine Rötung des Gesichts auf, es kön­nen aber auch Rötun­gen am Hals und im Ober­kör­per auftre­ten. Es ersche­int auch ein cha­rak­te­ri­sti­sches Krib­beln.
Für jeden, der die­sen kon­kre­ten Effekt der Ein­nahme von Nia­cin nicht erlebt hat – beginnt die­ser ca. 10 bis 20 Minu­ten nach der Ein­nahme einer hohen Dosis (z. B. 250 Mil­li­gramm oder mehr).

Die Symp­tome betref­fen vor allem das Gesicht sowie den Ober­kör­per und umfas­sen (9, 10):

  • Hau­trötung: Kann als leich­tes Ery­them oder inten­siv rotes Ery­them, ähn­lich wie Son­nen­brand, auftre­ten.
  • Krib­beln, Bren­nen oder Juc­kreiz: Dies kann sehr unan­ge­nehm und manch­mal sogar schmerz­haft sein (9).
  •  Die Haut fühlt sich warm an: Ähn­lich wie bei Son­nen­brand kann sich die Haut warm oder heiß anfüh­len (11).

Bei der Mehr­heit lässt der Nia­cin-Flush ca. eine Stunde nach Ein­nahme des Nah­rungsergänzungsmittels nach (1, 8). Dies ist kein schädli­ches Phäno­men, aber es kann beun­ru­hi­gen, wenn man nicht weiß, Was man erwar­ten soll. Im Laufe der Zeit wirst du dich an den Flush gewöh­nen und er wird weni­ger inten­siv sein.
Der Flush kann sich wie ein Son­nen­brand oder eine aller­gi­sche Reak­tion äußern. Die Symp­tome las­sen jedoch gewöhn­lich nach einer Stunde nach. Wenn du für einen lan­gen Zeitraum hohe Nia­cindosen ein­nimmst, wird sich dein Orga­ni­smus daran gewöh­nen, die Tole­ranz wird sich erhöhen und die Neben­wir­kungen wer­den nicht so stark sein.

Warum neh­men Men­schen so hohe Nia­cindosen ein?

Ärzte ver­sch­re­iben seit lan­ger Zeit hohe Nia­cindosen, um den Cho­le­ste­rin­spie­gel der Patien­ten zu ver­bes­sern und Herzer­kran­kun­gen vorzu­beu­gen (5).
Die Ein­nahme hoher Nia­cindosen ermöglichte die fol­gende Ver­bes­se­rung der Cho­le­ste­rin- und Lipid­spie­gel im Blut:

  • Erhöhung des HDL-Cho­le­ste­rin­spie­gels: Beugt der Zer­set­zung von Apo­li­po­pro­tein A1 vor, welches zur Her­stel­lung von „gutem” HDL-Cho­le­ste­rin ver­wen­det wird. Es kann den HDL-Cho­le­ste­rin­spie­gel um sogar 20–40% erhöhen (1, 12).
  •  Sen­kung des LDL-Cho­le­ste­rin­spie­gels: Nia­cin beschleu­nigt die Zer­set­zung von Apo­li­po­pro­tein B in „schlech­tem” LDL-Cho­le­ste­rin, Was eine gerin­gere Fre­iset­zung durch die Leber bewirkt. Es kann den LDL-Cho­le­ste­rin­spie­gel um 5–20% sen­ken (11, 13, 14).
  •  Nie­dri­ge­rer Tri­gly­ce­rid­spie­gel: Nia­cin beein­flusst das Enzym, das für die Pro­duk­tion von Tri­gly­ce­ri­den uner­läs­slich ist. Es kann den Tri­gly­ce­rid­spie­gel im Blut um 20–50% sen­ken (3, 11).

Um diese posi­ti­ven the­ra­peu­ti­schen Effekte zu erfah­ren, wer­den Nia­cindosen im Bere­ich von 1.000 bis 2.000 mg pro Tag ein­ge­nom­men (5). Die emp­foh­lene Tages­do­sis hin­ge­gen beträgt für die meisten erwach­se­nen Män­ner und Frauen 14–16 mg pro Tag (9, 10).
Die Behan­dlung mit Nia­cin ist gewöhn­lich nicht die erste Maßnahme gegen Cho­le­ste­rinpro­bleme, weil sie auch andere Neben­wir­kungen als nur den harm­losen Flush verur­sa­chen kann. Es wird jedoch oft Per­sonen ver­sch­rie­ben, deren Cho­le­ste­rin­spie­gel nicht auf Sta­tine reagiert, welche die bevo­rzugte Behan­dlungsmethode dar­stel­len (15). Manch­mal wer­den Sta­tine und hohe Nia­cindosen paral­lel vera­bre­icht, um die Behan­dlungseffekte zu ver­bes­sern (16, 17, 18, 19). Hohe Nia­cindosen sol­l­ten genauso wie Medi­ka­mente behan­delt wer­den. Vor ihrer Ein­nahme sol­lte ein Arzt kon­sul­tiert wer­den.
Hohe Nia­cindosen wer­den gewöhn­lich ein­ge­nom­men, um den Cho­le­ste­rin- und Tri­gly­ce­rid­spie­gel zu ver­bes­sern. Sie sol­l­ten aus­schlie­ßlich unter ärz­tli­cher Aufsicht ein­ge­nom­men wer­den, weil sie ein Risiko für Neben­wir­kungen mit sich tra­gen.

Ist der Flush gefähr­lich?

Der Nia­cin-Flush ist für die meisten Men­schen ungefähr­lich. Hohe Nia­cindosen kön­nen jedoch andere, gefähr­lichere Neben­wir­kungen bewir­ken, obwohl diese rela­tiv sel­ten auftre­ten (20).
Am schädlich­sten ist die Leber­schädi­gung. Hohe Nia­cindosen kön­nen auch Magen­krämpfe verur­sa­chen, weswe­gen sie nicht ein­ge­nom­men wer­den sol­l­ten, wenn man an Magen­ge­sch­würen oder akti­ven Blu­tun­gen aus dem Ver­dau­ung­strakt leidet (9, 21, 22, 23, 24). Es sol­l­ten auch keine hohen Dosen ein­ge­nom­men, wenn man schwan­ger ist, weil dies ein Medi­ka­ment der Kate­go­rie C ist, Was bedeu­tet, dass es bei hohen Dosen Geburts­feh­ler verur­sa­chen kann (22). Obwohl der Nia­cin-Flush ungefähr­lich ist, wird er häu­fig von Men­schen als Grund ange­ge­ben, warum sie die Behan­dlung abbre­chen möch­ten (1).
Und dies kann ein gro­ßes Pro­blem dar­stel­len, denn wenn du Nia­cin nicht wie ver­sch­rie­ben ein­nimmst, ist es bei der Vor­beu­gung von Herzer­kran­kun­gen über­haupt nicht wirk­sam. Eine selb­st­stän­dige Reduk­tion der Dosis kann den gesam­ten Behan­dlungsprozess beein­träch­ti­gen. Berich­ten zufolge stel­len 5–20% der Men­schen, denen Nia­cin ver­sch­rie­ben wurde, die Ein­nahme wegen dem Flush ein (5).
Da es andere, noch schlim­mere Neben­wir­kungen gibt, die mit der Ein­nahme von Nia­cin-Mit­teln ver­bun­den sind, darf die Behan­dlung mit Nia­cin nicht auf eigene Faust durch­ge­führt wer­den.
Der Flush-Effekt ist harm­los. Nia­cin-Präpa­rate kön­nen jedoch auch andere schädli­che Neben­wir­kungen verur­sa­chen, weswe­gen es man­che Men­schen nicht einneh­men sol­l­ten.

Wie kann man dem Nia­cin-Flush vor­beu­gen?

Dies sind ein paar über­prüfte Metho­den:

  • Pro­biere eine andere For­mel aus: 50% der Men­schen, die Nia­cin mit sofor­ti­ger Fre­iset­zung einneh­men, erfah­ren den Flush-Effekt, aber es ist weni­ger wahr­sche­in­lich, dass Nia­cin mit verzöger­ter Fre­iset­zung die­sen bewir­ken wird. Und auch wenn dies pas­siert, sind die Symp­tome nicht so inten­siv und hal­ten nicht so lange an (1, 4, 11).
  • Nimm Aspi­rin ein: Die Ein­nahme von 325 mg Aspi­rin, 30 Minu­ten vor der Ein­nahme von Nia­cin kann bei der Begren­zung des Flush-Risi­kos hel­fen. Anti­hi­sta­mi­nika und NSAIDs (NSAR) wie Ibu­pro­fen kön­nen die­ses Risiko auch mini­mie­ren (5, 10, 25, 26).
  • Erhöhe die Dosis lang­sam: Einige Exper­ten emp­feh­len es, mit einer nie­dri­ge­ren Dosis wie 500 mg zu begin­nen und diese inner­halb von zwei Mona­ten auf 1000 mg zu erhöhen, bevor diese letz­ten­dlich auf 2000 mg erhöht wird. Diese Stra­te­gie kann dabei hel­fen, den Flush-Effekt vol­l­stän­dig zu eli­mi­nie­ren (5).
  • Iss einen Snack: Ver­su­che, Nia­cin zu den Mahl­ze­iten oder einem aben­dli­chen fet­tar­men Snack einzuneh­men (5).
  • Iss einen Apfel: Einige vor­läu­fige Stu­dien weisen darauf hin, dass der Kon­sum eines Apfels oder das Trin­ken von Apfel­saft vor der Ein­nahme von Nia­cin einen ähn­li­chen Effekt wie Aspi­rin haben kann. Das Pek­tin im Apfel sche­int für die Schut­zwir­kung veran­twor­tlich zu sein (10).

Beachte!

Nia­cin Flush kann unan­ge­nehm und lästig sein. Dies ist jedoch in Wir­klich­keit eine harm­lose Neben­wir­kung einer hoch­do­sier­ten Nia­cintherapie. Außer­dem kann dies ver­hin­dert wer­den. Hohe Nia­cindosen kön­nen andere, noch schlim­mere Neben­wir­kungen verur­sa­chen. Wenn du also aus gesun­dhe­itli­chen Grün­den hohe Nia­cindosen einneh­men möch­test, sol­ltest du sicher­ge­hen, dass dies unter ärz­tli­cher Aufsicht erfolgt. Beach­tet, dass unsere Arti­kel auf zuver­läs­si­gen wis­senschaftlichen Quel­len beru­hen!

 

Stichworte: Flush-Effekt, Niacin, Niacinamid

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *